4. Fastensonntag – Gott unser Vater…

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Gott unser Vater,
wir kommen in unserer Not zu dir,
um dich um Schutz vor dem Corona-Virus zu bitten,
der Leben gekostet hat
und viel Schaden über die Menschen bringt.

Wir beten um deine Gnade:
Für die Menschen, die das Virus erforschen
und gegen seine Verbreitung kämpfen.

Führe die Hände und Gedanken der Mediziner,
auf dass sie den Kranken dienen
durch ihr Können und ihr Mitgefühl,
und der Regierenden und Helfenden,
die auf der Suche nach einer Heilung
und einer Lösung der Epidemie sind.

Wir beten für die Kranken.
Mögen sie bald wieder gesund werden.

Gewähre all das durch unseren Herrn, Jesus Christus, deinen Sohn, der mit dir lebt und herrscht in der Einheit des heiligen Geistes, jetzt und in Ewigkeit, Amen.

 

Gebet der philippinischen Bischofskonferenz

Lesung,

Hosea 6, 1-6

Hos 6,1 Kommt, wir kehren zum Herrn zurück! / Denn er hat (Wunden) gerissen, er wird uns auch heilen; / er hat verwundet, er wird auch verbinden.
Hos 6,2 Nach zwei Tagen gibt er uns das Leben zurück, / am dritten Tag richtet er uns wieder auf / und wir leben vor seinem Angesicht.
Hos 6,3 Lasst uns streben nach Erkenntnis, / nach der Erkenntnis des Herrn. Er kommt so sicher wie das Morgenrot; / er kommt zu uns wie der Regen, / wie der Frühjahrsregen, der die Erde tränkt.
Hos 6,4 Was soll ich tun mit dir, Efraim? / Was soll ich tun mit dir, Juda? Eure Liebe ist wie eine Wolke am Morgen / und wie der Tau, der bald vergeht.
Hos 6,5 Darum schlage ich drein durch die Propheten, / ich töte sie durch die Worte meines Mundes. / Dann leuchtet mein Recht auf wie das Licht.
Hos 6,6 Liebe will ich, nicht Schlachtopfer, / Gotteserkenntnis statt Brandopfer.

Gedanken zur Lesung

Kommt, wir kehren zum Herren zurück!

„Wer ist schuld an der Coroan-Krise?“ sind wir versucht zu fragen.

„Die Chinesen, die Italiener, zögerliche Politiker?“.

Die Krise ist da, auch wenn wir diese naheliegenden Fragen nicht beantworten können.

Jetzt sind wir alle zum hoffentlich vorrübergehen Stillstand aufgerufen.

Wir haben viel zu tun, was sonst andere für uns tun. Wir haben aber viel Zeit zum Nachdenken.

Auch wenn wir uns von Schuld an der Krise freisprechen können, stellt sich einem jeden von uns die Frage:

Ist es richtig, wie ich lebe, wie ich mein Leben gestalte?

Die Corona-Krise hat die Beschäftigung mit anderen Krisen aus dem Alltag verdrängt. Noch vor wenigen Wochen kreisten unsere Gedanken um die Klimakrise, politische Krisen…

Ich kann mich der Frage nach meinem Anteil an der Krise, an den verschiedenen Krisen nicht einfach entziehen.

Der Prophet fordert uns – auch mich – zur Umkehr auf.

„Kommt, wir kehren zum Herren zurück! Denn er hat Wunden gerissen, er wird uns auch heilen, er hat verwundet, er wird auch verbinden.“

Zum Herren zurückkehren, heißt sich fragen, was wir an unserer Lebensweise verbessern können.

Der Prophet hat für uns aber auch eine Hoffnungsbotschaft.

„Nach zwei Tagen gibt er uns das Leben zurück, am dritten Tag richtet er uns wieder auf und wir leben von seinem Angesicht.
Lasst uns streben nach Erkenntnis, nach der Erkenntnis des Herren. Er kommt so sicher wie das Morgenrot; er kommt zu uns wie der Regen, wir der Frühjahrsregen, der die Erde tränkt.“

Er hat uns das Leben gegeben, er wird es uns auch wieder zurückgeben. – Auch den Opfern der gegenwärtigen Krisen.

Der Prophet hat aber auch eine konkrete Anweisung, was wir tun sollen:

„Liebe will ich, nicht Schlachtopfer, Gotteserkenntnis statt Brandopfer.“

In dieser Zeit der großen Krisen ist vor allem Liebe gefragt.

Liebe in Form der Rücksicht auf die anderen, in Form des Einhaltens der vergebenen Regeln, in Form der Hilfe für alle, die Hilfe brauchen.

 

Mag.theol. Pater Hans Hütter